Neutralität im Cyberraum: Die Schweiz ist gefordert

Viele Staaten rüsten seit einigen Jahren ihre militärischen IT-Kapazitäten massiv auf. Nun setzt auch die Schweiz zunehmend einen Akzent auf Cybersicherheit, indem sie ein Cyberkommando schaffen will. Was bedeutet dies für die Neutralität?

Die Bedeutung von Cyberangriffen nimmt rasant zu: Das prominente Schadprogramm WannaCry beispielsweise hat seit seiner Entdeckung im Mai 2017 innert kurzer Zeit weltweit mehr als 200 000 Computer infiziert und international für Schlagzeilen gesorgt. Betroffen waren Rechner des russischen Innenministeriums und zahlreicher Spitäler in Grossbritannien, der Autohersteller Renault-Nissan oder auch die Deutsche Bahn. Das Programm nutzte eine Sicherheitslücke im weltweit breit genutzten Windows-Betriebssystem aus und führte zu Schäden in Milliardenhöhe. Auch die Schweizer Bundesverwaltung hat regelmässig mit digitalen Angriffen zu kämpfen: Im September 2017 etwa wurden laut einer Medienmitteilung Cyberangriffe auf das Verteidigungsdepartement (VBS) entdeckt, und im Januar 2016 haben ebensolche beim Rüstungskonzern Ruag zur Entwendung von Daten im Umfang von mehr als 20 Gigabyte geführt. Die technische Rückverfolgung der jeweiligen Urheber hält Informatiker bis heute auf Trab.

Source : NZZ

Innovation und Sicherheit – Bericht des Bundesrates

Mit dem Postulat 17.3243 Golay («Innovation und Sicherheit – ein Tandem, das für den Wohlstand und die Unabhängigkeit der Schweiz entscheidend ist») wurde der Bundesrat beauftragt, einen departementsübergreifenden Bericht vorzulegen über seine Förderstrategie zur Stärkung ausgewiesener Schweizer Unternehmen, die aufgrund ihrer besonderen Technologie oder Tätigkeit für den wirtschaftlichen Fortschritt und für die nationale Sicherheit wesentlich sind. Dabei soll der Bericht möglichst alle Anreize untersuchen, damit Technologien, die für den Wohlstand und die Sicherheit des Landes entscheidend sind, in der Schweiz entwickelt und später auch hier genutzt werden.

Der Bericht stellt die Kerninhalte der im Postulat thematisierten Bereiche dar. Grundlage dazu bildet die Ausrichtung der Schweizer Wirtschaftspolitik, der Forschungs- und Innovationspolitik und der Sicherheitspolitik. Die Kurzanalyse der heutigen Situation zeigt die Herausforderungen und Synergien der beteiligten Departemente. Der Bericht schliesst mit dem Fazit, dass die beiden nationalen Zielgrössen Sicherheit und Wohlstand verbessert werden können: Einerseits durch eine stärkere Zusammenarbeit der Departemente, andererseits durch die gemeinsame Nutzung vorhandener Instrumente (z. B. von Innosuisse).

Rapport_Innovation

Source : admin.ch

The strengths and weaknesses of Swiss cybersecurity

The University of Oxford has conducted an evaluation of cybersecurity in Switzerland on behalf of the Federal Department of Foreign Affairs (FDFA) and the Federal Department of Finance (FDF). The study lends weight to the Confederation’s reorganisation in the area of cybersecurity risks, while its publication emphasises Switzerland’s readiness to engage in fact-based dialogue.

Cybersecurity Evaluation Switzerland

The conclusions of the study can then be incorporated into the evaluation of the Confederation’s cybersecurity structures, which were created within the framework of the National strategy for the protection of Switzerland against cyber risks (NCS) for the period 2018–22. Conducting and publishing the study will also send out a strong signal beyond Swiss borders. “The study emphasises Switzerland’s willingness to engage in fact-based discussion with other states. This transparency builds trust and strengthens cooperation, and our approach also encourages other states to undergo their own evaluations.” 

Source and full report : Admin.ch