«Sicherheit Schweiz 2021»: Nachrichtendienst des Bundes Lagebericht

Die Covid-19-Pandemie wird die nationale und internationale Sicherheitspolitik nachhaltig beeinflussen. Weiterhin wesentlich geprägt wird das sicherheitspolitische Umfeld der Schweiz durch die wachsende Konkurrenz der Grossmächte. In diesem Kontext sind die Fähigkeiten der Antizipation und Früherkennung des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) zentral. Es gilt Bedrohungen und relevante Veränderungen im strategischen Umfeld der Schweiz rechtzeitig zu identifizieren und zu beurteilen und anschliessend die notwendigen präventiven Massnahmen zu ergreifen. Der neue Lagebericht «Sicherheit Schweiz 2021» des NDB stellt die wichtigsten Lageentwicklungen aus nachrichtendienstlicher Sicht vor.

Die gewalttätigen Rechts- und Linksextremen versuchen Protestpotenzial in der Gesellschaft für sich zu nutzen. Gerade in langwierigen oder sich gar verschärfenden Krisen wie der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie kann sich dieses Potenzial erhöhen. Neben Instrumentalisierungsversuchen durch die bekannten gewaltextremistischen Szenen besteht das Risiko, dass sich Protest auch ohne deren Zutun verschärft und teilweise gewalttätig wird.

Der von den Schutzmassnahmen gegen die Pandemie verstärkte Digitalisierungsdruck hat zudem die Angriffsfläche für Cyberangriffe vergrössert, insbesondere über die Lieferketten. Die zahlreichen Unternehmen in der Schweiz, die Zubehör und Dienstleistungen für die Betreiber kritischer Infrastrukturen im In- und Ausland anbieten, sind auch für Akteure mit staatlichem Hintergrund interessante Ziele.

Grosse Zunahme von Spionageaktivitäten im Cyberraum

Spionage bleibt eine dauerpräsente Herausforderung. Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen eine starke Zunahme von Spionage im Cyberraum. Die Ziele ausländischer Spionage bleiben unverändert, Genf bleibt wegen der Präsenz der internationalen Organisationen und einer Vielzahl diplomatischer Vertretungen ein Brennpunkt. Ausländische Nachrichtendienste stellen für bestimmte Zielgruppen in der Schweiz eine direkte Bedrohung dar und können an Beeinflussungsaktivitäten gegen Schweizer Interessen beteiligt sein.

Source und Bericht : Admin.ch

National Cybersecurity Centre – Semi-Annual Report 2020/2

The NCSC’s first semi-annual report deals with the most important cyberincidents of the second half of 2020 in Switzerland and internationally. It replaces the former MELANI semi-annual report. The main topic is digitalisation in the healthcare sector and the challenges it faces with regard to current cyberthreats.

“…In Switzerland, as in Europe, the healthcare sector urgently needs to adapt its infrastructures. At the same time, the regulatory changes under way and the growing pace of digitalisation in healthcare offer a fantastic opportunity to our industry. Our French neighbours are well aware of this challenge. On 18 February, France’s president announced a new strategy for developing the cybersecurity sector, involving the allocation of EUR 1 billion for cyber-issues, in particular the creation of a cybercampus. Under this plan, EUR 515 million have been allocated to developing sovereign solutions and EUR 176 million to public sector needs, especially those of hospitals and authorities…”

Source and Report : NCSC

Neutralität im Cyberraum: Die Schweiz ist gefordert

Viele Staaten rüsten seit einigen Jahren ihre militärischen IT-Kapazitäten massiv auf. Nun setzt auch die Schweiz zunehmend einen Akzent auf Cybersicherheit, indem sie ein Cyberkommando schaffen will. Was bedeutet dies für die Neutralität?

Die Bedeutung von Cyberangriffen nimmt rasant zu: Das prominente Schadprogramm WannaCry beispielsweise hat seit seiner Entdeckung im Mai 2017 innert kurzer Zeit weltweit mehr als 200 000 Computer infiziert und international für Schlagzeilen gesorgt. Betroffen waren Rechner des russischen Innenministeriums und zahlreicher Spitäler in Grossbritannien, der Autohersteller Renault-Nissan oder auch die Deutsche Bahn. Das Programm nutzte eine Sicherheitslücke im weltweit breit genutzten Windows-Betriebssystem aus und führte zu Schäden in Milliardenhöhe. Auch die Schweizer Bundesverwaltung hat regelmässig mit digitalen Angriffen zu kämpfen: Im September 2017 etwa wurden laut einer Medienmitteilung Cyberangriffe auf das Verteidigungsdepartement (VBS) entdeckt, und im Januar 2016 haben ebensolche beim Rüstungskonzern Ruag zur Entwendung von Daten im Umfang von mehr als 20 Gigabyte geführt. Die technische Rückverfolgung der jeweiligen Urheber hält Informatiker bis heute auf Trab.

Source : NZZ